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| Menschen müssen essen und trinken, das gehört zu den sogenannten Grundbedürfnissen. Früher ging es einfach nur darum, durch Nahrungsaufnahme zu überleben, doch dann merkten die Menschen, dass Speisen durch besondere Zubereitung besser schmecken. Kräuter, Gewürze und die spezielle Speisenkombination bereichern eine Mahlzeit erst richtig. Die schmackhafte Zubereitung der Speisen ist aber nur eine Seite der Esskultur, eine andere wird durch die Tischsitten bestimmt, und lieb geworden ist uns auch die schöne Präsentation der Speisen durch Dekoration des Tellers und der Platten, aber auch mit einem ästhetischen Gesamtbild des Tisches. – Bis ins 15. Jahrhundert ass man, abgesehen von wenigen Fürstenhäusern, mit der Hand oder mit dem Löffel, den es seit Jahrtausenden gibt; er war über lange Zeit das hauptsächlichste Essgerät – vor allem im bäuerlichen |
Haushalt. Messer wurden eher zur Essenszubereitung genutzt, sie gehören zu den wenigen Objekten, die in allen Kulturen vorhanden sind. Sie galten zudem als allgemeines Werkzeug, als Waffe und als beliebte Tauschobjekte und Handelsgegenstände. Gabeln, die sich aus den Bratspiessen heraus entwickelten, galten auf dem Tisch lange als verpönt und wurden noch im 16. Jahrhundert als Besteck der Oberen und als fremdländische Modenarrheit verspottet. Viele Völker kannten den Genuss des Essens, der sich in prunkvollen Banketten manifestierte und viele verschiedene Formen der Kunst hervorbrachte. Das vielleicht prunkvollste Bankett dieser Zeit, das «Fasanenbankett», wurde von Philippe dem Guten, Herzog von Burgund, im Februar 1454 ausgerichtet. Das Essen umfasste 400 Gänge, und die Tische waren mit kolossalen Skulpturen, Kompositionen, Allegorien, triumphalen Aufsätzen und wertvollem Geschirr geschmückt. Es gab sogar persönliche Messer für jeden der geladenen Gäste. Geblieben ist, dass wir uns am festlichen Tisch erfreuen – wer also die Esskultur schätzt, gibt sich besondere Mühe, einen herrlichen Tisch zu gestalten.
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